Lotosbluete

 Wir gratulieren den Preisträgern!

 

Haiku/Senryû Wettbewerb 2022

Thema "Nachhaltig"

Preisträger und Bericht

 

Sylvia Bacher

Zum Haiku-/Senryû-Wettbewerb der ÖHG, Wien

 

Ausschreibungstext:

Es können alle Autorinnen und Autoren, die in deutscher oder englischer Sprache schreiben, teilnehmen. Wir bitten, Folgendes zu beachten: Gegenwart, Erlebnis/Begebung, Zäsur, Spannung/Überraschung, keine gekünstelte Sprache, Sprachrhythmus.

Einzusenden sind per E-Mail an officehaikugeswien@gmx.at, Betreff: WETTBEWERB 2022:

3 selbstverfasste nicht veröffentlichte Haiku/Senryû zum Thema „Nachhaltig“.
Wir bitten um folgende Angaben: Vor- und Zuname, Adresse, Tel. Nr., Kurzbiografie

1. Preis 300 €,  2. Preis 200 €,  3. Preis 100 €, Abdruck des Textes in der Zeitschrift „Lotosblüte 2022“ (Hrsg. Nov. 2022) plus 5 Freiexemplare.

Die weiteren 20 Autorinnen/Autoren, deren Texte abgedruckt werden, erhalten je 1 Freiexemplar. 

Einsendungen von 1. bis 30. Juni 2022

 

BERICHT:

In dem vorgegebenen Zeitraum erreichten uns 76 Einsendungen: eine aus dem UK und 1 aus Indonesien, je 2 aus Rumänien und aus Polen, 3 aus der Schweiz, 25 aus Österreich und 42 aus Deutschland. Wir danken allen Autoren und Autorinnen für ihre Teilnahme. Die Jury bestand aus: Petra Sela, Traude Veran und Sylvia Bacher, die jede pro Haiku 3 Punkte zur Vergabe hatten. Die englischsprachigen Haiku wurden von Sylvia Bacher übersetzt.

Fast alle Einsender und Einsenderinnen hielten sich an die Vorgabe, 3 Haiku/Senryû zum Thema einzusenden.

Zwei Teilnehmerinnen mussten wir leider ausschließen: eine Autorin aus Österreich mit zwei Einsendungen, wobei die erste keine Haiku, sondern Gedichte oder missglückte Tanka enthielt und die zweite aus 8 (!) Haiku bestand, sowie eine weitere Autorin aus Deutschland, die uns zwei Haiku und zusätzlich eine Haiku-Trilogie sandte, was eine Bewertung der einzelnen Texte unmöglich machte.

 

ERGEBNIS:

Da zwei Teilnehmer die höchste Punktezahl erhielten, wurde hier nochmals eine Reihung vorgenommen. Eine weitere Autorin und ein Autor erhielten je 8 Punkte. Da uns hier die Wahl der Rangordnung schwer fiel, haben wir uns entschlossen den dritten Preis zu teilen.

 

1. Preis

 

PLICH, Kamil (D, 9 P)

eine alte Plastiktüte            

das Geschäft gibt es 

nicht mehr 

 

Kamil PLICH wurde in Środa Śląska, Polen, geboren und wohnt derzeit in Lübeck, Deutschland. Seine Gedichte und Haiku erschienen in verschiedenen deutsch-, englisch- und polnischsprachigen Periodika, u. a. in: Sommergras, Poetry Potion, Frogpond, Modern Haiku, Tlen Literacki, Strona Czynna, Hakara.  Seine Haiku wurden in Kroatisch, Japanisch und Hindi publiziert. 

 

2. Preis

 

BRÜCKNER, Heiner (D, 9 P)

Großmutters Socken                 
an meinen Füßen tragen
ihre Wärme

Heiner BRÜCKNER, geb. 1949. Veröffentlichung von Glossen, Kurzprosa und Rezensionen in Tageszeitungen und Zeitschriften sowie von Lyrik (u. a. Haiku) in Anthologien. Einzelveröffentlichungen siehe unter: https://heinerbrueckner.jimdofree.com/

 

3. Preis

 

a) BAGDAHN, Marita (D, 8 P)

Mülltrennung                             
blau, gelb, grün, schwarz –
die Flüchtlingsfrau lernt Deutsch

Marita BAGDAHN, geb. 1957, lebt in Bonn, Deutschland. Sie ist gelernte Diplom-Verwaltungswirtin, seit 2007 freiberuflich tätig als Poesiepädagogin und Autorin. Sie liebt kurze Formen (Prosa und Lyrik), hat zwei eigene Veröffentlichungen (Kurzprosa) sowie Veröffentlichungen (Lyrik u. Kurzprosa) in verschiedenen Anthologien und im Internet. Diverse literarische Auszeichnungen. Website: www.wort-und-stift.de

 

b) LANGE, Moritz Wulf (D, 8 P)

Der Kontoauszug –                    

vor dem Winter noch das Loch

im Pulli stopfen.

 

Moritz Wulf LANGE studierte Deutsche Literatur, Linguistik und Geschichte mit einem Schwerpunkt auf der modernen Lyrik. Nach dem Studium begann er als freier Autor zu arbeiten und verfasste zahlreiche Hörspiele sowie einige Romane. Daneben schreibt Moritz W. Lange Gedichte; seit ein paar Jahren hat er sich besonders dem Haiku zugewandt. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg. www.moritz-wulf-lange.de

 

Aus den nachgereihten Texten wurden 20 für die Publikation in der LOTOSBLÜTE 2022 ausgesucht:

 

BRÜCKNER, Heiner (D)

Die entsorgte Knolle                 
auf dem Komposthaufen
eine Geranie

BUCIFAL, Stefanie (D)

im Altpapier                         

ein Reiseführer–

aufgegebene Ziele

 

ENGEL-WEHNER, Bettina (D)

Heiß ersehnt: Regen                   

nach der langen Trockenzeit …

Wasser – unverpackt.

 

FRIEBEL, Volker (D)

Kuckucksrufe.                                
Wo das Eichhörnchen grub,
wächst ein Baum.

 

Verrostete Zapfsäulen.                 
Die Wegwarte
tankt Sonnenlicht.

IULIAN, Dan (Ro)

Great Pyramid -                           
trampled
an anthill

 

Große Pyramide –

zertrampelt

ein Ameisenhaufen


Alzheimer -              
he increases
iPad storage
 

Alzheimer –

er vergrößert

den iPad-Speicher

 

MOLDOVAN, Mircea (Ro)

windmills -               


dad is looking again

at Discovery Chanel

 

Windmühlen

Vater schaut sich wieder Dokus

im Discovery Chanel an               

 

 

solar panels –       

summer's moonlight slips

in the empty nest

 

Sonnenkollektoren –

des Sommers Mondlicht schlüpft

ins leere Nest                                                   

 

PAULUS, Urte (Ö)

der Mistkäfer rollt                            

die Mahlzeit für die Larven

die Kuh pupst nochmal 

 

PLICH, Kamil (D)

Oma                                   

zieht der Vogelscheuche 

Opas Kleider an 

 

PREISS, Willemina (D)

Seine Uhr                             

am Handgelenk

der Witwe

 

TEN BRINK, Brigitte (D)

emissionsfrei                   
Kraniche auf ihrem Flug
in den Süden

 

beim Bestatter                         
Urnen mit Ökosiegel
im Sonderangebot

 

gerettetes Brot                 
Omas Knödelrezept
wieder entdeckt

 

TIEFENSEE, Tobias (Ö)

alte waschmaschine                

ihr bullauge ist jetzt

die salatschüssel

 

erneuerbare energie                  

der bachlauf

lädt meinen akku

 


UBL-FAHRNGRUBER, Gerta
(Ö)

die Gletscher zeigen             

uns die eiskalte Schulter

und ihre Zunge

WEBER-STROBEL, Elisabeth (D)

ein alter Globus             
aus Vaters Nachlass -
Grenzensuche

 

WINZER, Friedrich (D)

ein Fotograf                                        
knipst das Leben
im Totholz


 

Wir gratulieren den Gewinnern und Gewinnerinnen sowie den 20 weiteren ausgewählten Autoren und Autorinnen herzlich zu ihren erreichten Plätzen.

 

Da persönliche Bewertungen immer subjektiv sind, sagt die Reihung vor allem der weiteren, nicht zur Veröffentlichung gelangten Texte nicht unbedingt etwas über deren Qualität aus. Dennoch waren auch viele Einsendungen dabei, die weder mit einem Haiku/Senryû noch mit dem Thema etwas gemeinsam hatten, was uns sehr leid tut. Wir hoffen, dass sich diese Autoren nicht entmutigen lassen und weiterhin an Inhalt und Aufbau ihrer Texte arbeiten werden.

 

 

 

ARCHIV:

HAIKU-Wettbewerb "Die Kraft des Windes"

veranstaltet vom Weinviertel-Festival NÖ
unter Beteiligung von WINDKRAFT SIMONSFELD AG

Die Österreichische Haiku Gesellschaft stellte die Jury:
Petra Sela, Dietmar Tauchner, Traude Veran.

Samstag, 24. Juni 2017
Eröffnung des Haiku-Wanderwegs
im Weinviertel im Windpark Kreuzstetten.

Preisverleihung des Haiku-Preisträgers/Preisträgerin
"Die Kraft des Windes"

Bericht von Sylvia BACHER, eine der Preisträgerinnen.

Die Texte der PreisträgerInnen und weitere ausgewählte Texte der Teilnehmer
wurden im Jahrbuch der Österr. Haiku Ges. "LOTOSBLÜTE 2017" abgedruckt.

Preisträger des HAIKU-WETTBEWERBs
der Österreichischen Haiku Gesellschaft
,,Lotosblüte” 2011
 

Kommentare von Univ.-Doz. MMag. Dr. HASHI Hisaki
im pdf-Format (bitte anklicken)

F O T O S    der Preisverleihung  bitte anklicken

1. Preis

Liane Presich-Petuelli, Eisenstadt

das letzte Blatt fiel
vom Baum – nun leuchten Sterne
klar durch die Zweige

2. Preis

Theo Schmich, Essen 

Das Feuer längst erloschen 
doch hoch am Himmel
lange noch sein Rauch. 
 

3. Preis (zwei 3. Preise)

Karin Posth, Köln

abschiedsworte.
der einfahrende schnellzug
schneidet sie ab.

3. Preis

Mario Freingruber, Wr. Neustadt 

dunkel im zimmer;
der alten gegenüber –
ein leerer sessel

Wir freuen uns über die ansehnliche Anzahl an Einsendungen
( fast 180, das sind über 1.000 Texte)
.
Besonders freuen wir uns über Zusendungen aus dem Ausland.
Der Großteil der Einsendungen kam aus Deutschland, aber auch einzelne
Beiträge aus anderen Ländern, wie z. B. Polen, Frankreich, Kanada, Rumänien ...
Die Preisverleihung fand am 13. September 2012 im Kunstraum der "Ringgalerien", 1010 Wien statt.Aus Krankheitsgründen der Vorsitzenden ist bei der Bewertung, der Veranstaltung
und der Kundmachung eine große Verzögerung eingetreten. Wir bitten die Teilnehmer um Verständnis.